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Musik schafft Raum – für Emotionen und Gedanken, aber auch für Aufmerksamkeit und Vermittlung. Wir haben uns dafür entschieden, diesen Raum zu nutzen und ein Stück davon den SOS-Kinderdörfern weltweit zu widmen. Das Ziel ist es, die Menschen, die wir durch unsere Musik erreichen, auch für SOS begeistern zu können.

Saisonabschluss

© MDR Musiksommer

Trotz des durchwachsenen Wetters blicken wir voller Freude dem Spätsommer entgegen! Am Sonntag haben wir unsere Konzertsaison 2016/17 bei angenehmen Temperaturen und Sonne im Kloster Ilsenburg beschlossen. Jetzt wünschen wir euch allen erholsame Sommermonate! Fahrt in die Natur, genießt das Leben! 

Wir sehen uns im September.

Eure Sjaellen

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Fernsehbeitrag vom Bayrischen Rundfunk

Ein wunderbarer Beitrag über uns, unsere Reise nach Jordanien und den bewegenden Workshop in Asraq könnt ihr euch unter dem folgenden Link anschauen:

>>http://www.br.de/mediathek/video/sjaella-jordanien-workshop-fluechtlinge-100.html>>

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Erlebnisbericht einer Reise Teil 3/6

VIOLA:
Die erste Station unserer Reise nach Israel/Palästina war Nazareth. Nachdem wir einen Abend Zeit hatten, in Israel anzukommen und die ersten Eindrücke des Landes aufzusaugen, fuhren wir am nächsten Morgen in das SOS-Kinderdorf Migdal Haemek (Megadim), welches etwas außerhalb von Nazareth gelegen ist. Ich war aufgeregt, noch nie zuvor ist eine von uns in einem SOS-Kinderdorf gewesen, und ich hatte keine Ahnung, wie wir dort empfangen werden würden, was für Kinder auf uns warteten und wie der Nachmittag ablaufen sollte. Nach wenigen Minuten jedoch entspannte ich mich, eine der Leiterinnen des Dorfes empfing uns sehr freundlich mit Tee, Kaffee und Keksen und wir nahmen uns Zeit, um voneinander zu erzählen und alle wichtigen Informationen über das Kinderdorf zu erfahren. Wir stellten viele Fragen: Woher kommen die Kinder, wie alt sind sie, warum wohnen sie hier? Und wie unterstützt der Staat Israel die Organisation SOS?

Darauf folgte eine Führung durch das Dorf, neben den sogenannten „Mishpacha“ (hebräisch=Familie, den Häusern der SOS-Familien) gibt es dort eine große Gemeinschaftshalle mit Bühne und einem eignen kleinen Tonstudio, in dem fleißig Gitarre gespielt wird, eine Bibliothek und einen Lernraum mit Computern, wo die Kinder mit Sozialarbeitern des Dorfes zusammen Hausaufgaben machen. Wir durften auch eines der Häuser von innen besuchen und eine SOS-Mutter zeigte uns die Zimmer ihrer Schützlinge, die sie sich jeweils zu zweit teilen. Ein wenig seltsam kamen wir uns in dieser Situation schon vor, wie Zoobesucher. Trotzdem, es ist wichtig ein reales Bild von dem zu haben, für das man sich engagiert und von dem man später erzählen will.

In der Halle warteten dann schon die ersten Kinder auf uns, wir haben dort zwei Workshops mit Kindern unterschiedlicher Altersstufen gemacht. Die erste, ältere Gruppe war eine Herausforderung. Viele Faktoren kamen zusammen: Unser erster Workshop mit Kindern überhaupt, eine Sprachbarriere ohne richtigen Übersetzer, unsere Aufregung und Unsicherheit, die geringe Aufmerksamkeitsspanne der Kinder, ihr teilweise auffälliges Verhalten und ein unheimlicher Lautstärkepegel. Es gab wirklich viel auf einmal zu meistern. Wir hatten uns natürlich vorbereitet und einige Aktionen überlegt, mussten aber anhand der Gegebenheiten und mangels Erfahrung viel improvisieren, Spiele abwandeln, abkürzen oder verlängern, je nach Gefühl. Es war aber nicht nur anstrengend, sondern auch ein Riesenspaß. Die Kinder haben viel zurückgegeben, waren aktiv dabei, haben uns aber auch deutlich zu spüren gegeben, wenn etwas zu viel war. Wir haben unheimlich viel bei diesem Workshop für die später folgenden gelernt. Und trotz des kleinen Chaos' in der Ausprobierphase konnten wir die Kinder für uns gewinnen, motivieren und zum Singen und Bewegen inspirieren. Am Ende haben alle gesungen und wollten gar nicht mehr aufhören. Als wir ihnen am Ende noch einiges von uns vorgesungen haben, haben wir uns alle sehr wohl miteinander gefühlt und es gab eine anregende Frage- und Austauschrunde. Nachdem dieser erste Schritt gemeistert war, fiel uns der zweite Workshop mit den jüngeren Kindern schon viel leichter und wir haben gleich ein paar Vorgehensweisen verbessern können.

Im Auto zurück nach Nazareth war ich völlig fertig, körperlich und auch mental. Gleichzeitig breitete sich aber ein warmes und zufriedenes Gefühl aus. Ich fühlte mich bereichert und stolz auf uns. Aber ich hatte nicht nur das Gefühl viel mitgenommen, sondern auch wirklich etwas in den Kindern hinterlassen zu haben.

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Erlebnisbericht einer Reise Teil 2/6

JANA:
Im Februar dieses Jahres reiste ich mit Sjaella nach Israel und Palästina, um dort SOS- Kinderdörfer und spezielle SOS-Einrichtungen zu besuchen. Diese Reise hat sehr viel in mir verändert und wird wohl noch lange nachwirken.

Ein Tag in Bethlehem ist mir besonders in Erinnerung geblieben, weil er so kontrastreich war. Wir hatten die seltene Möglichkeit, in ein Flüchtlingsviertel zu fahren und dort mit einer jungen, aber schon sehr gezeichneten Frau und ihren Kindern zusammenzutreffen. Wir saßen in ihrer ärmlichen Behausung, neben mir zwei verschüchterte kleine Mädchen, und die junge Frau erzählte uns von ihren schlimmen Erlebnissen – wie sie im Gefängnis misshandelt wurde, so dass sie wohl nie mehr arbeiten gehen kann, wie sie ihren Mann und die Kinder ihren Vater verloren haben, weil er fliehen musste, wie sie ohne Ehemann für immer stigmatisiert ist und wie ihr 14jähriger, offenbar radikalisierter Sohn sich mit Suizidgedanken trägt.

Ich weiß noch, dass ich völlig beklommen das Haus verlassen habe.

Kurz danach stand noch ein weiterer Besuch bei einer großen Familie an, wo uns ein übers ganze Gesicht strahlender 16jähriger Junge namens Hassan erwartete. Er hatte das Glück, bei seiner Großmutter unterzukommen und zusätzlich von SOS umsorgt zu werden, und er machte einen glücklichen, tiefenentspannten Eindruck. Ich war so fasziniert von dem Jungen, wohl auch, weil ich selbst so einen im gleichen Alter zu Hause habe, und musste ihn die ganze Zeit anstarren. Ich fragte ihn, was er denn so in seiner Freizeit nach der Schule täte, und er grinste breit und sagte, er ginge regelmäßig schwimmen, woraufhin ich kurz über Schwimmmöglichkeiten in Bethlehem nachgrübelte. Ich erzählte ihm, dass mein Sohn auch sehr gern und gut schwimmt. Es folgte ein Abschied mittels Umarmung und Ghettofaust – ich musste fast heulen vor Rührung. Das Wesen der kleinen Kerle ist eben überall auf der Welt gleich.

Wir trafen in den Einrichtungen auf so viele Kinder, und die ganze Zeit über trug ich mich mit „Adoptionsgedanken“. Es braucht oft nur ein wenig Aufmerksamkeit, Empathie und Hingabe - sich einfach ein bisschen Zeit nehmen, in die kindliche Welt einzutauchen und sich darauf einzulassen - das kann eine Kinderseele nachhaltig erhellen und irgendwie retten. Ich habe auf dieser Reise erlebt, dass es funktioniert und dass es viele Menschen bei SOS gibt, die sich das zur Lebensaufgabe gemacht haben. Und ich bin sehr froh, dass es Organisationen gibt, die in problematischen Regionen die Rahmenbedingungen dafür schaffen.

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Erlebnisbericht einer Reise Teil 1/6

FRANZI: 

Nach einer einwöchigen Reise durch Israel und Palästina mit unzähligen eindrücklichen und auch prägenden Momenten ist unser Abend in einer SOS-Jugendeinrichtung für Mädchen in Bethlehem das Erlebnis, welches mir als das positivste und berührendste im Sinn geblieben ist. Ich denke noch immer oft und viel an die gesamte Woche im Nahen Osten, lasse einzelne Tage Revue passieren und bleibe dabei immer wieder gedanklich an diesem einen Abend hängen.
Selten wurde ich von jemandem so freundlich, herzlich und neugierig empfangen! Die Mädchen setzten sich sofort zu uns und suchten das Gespräch.
Bei einem gemeinsamen Abendessen erkundigten wir uns unter anderem nach ihren Träumen und Wünschen für ihre Zukunft. Alle Antworten fielen ähnlich aus: "Ich möchte Sprachen lernen und die Welt bereisen, kommunizieren und mich dadurch frei fühlen können." In dem Moment wurde mir noch deutlicher bewusst, wie dankbar ich dafür bin, theoretisch die ganze Welt bereisen und Menschen mit ihren verschiedenen Kulturen kennenzulernen zu können! Diese Mädchen haben diese Chance momentan nicht. Umso beeindruckter war ich von ihrem Optimismus und einer gewissen Gelassenheit ihrerseits. Sie machten nicht den Eindruck, irgendeinen Groll zu hegen; sie wirkten allesamt bodenständig, bescheiden und gleichzeitig sehr strebsam. Starke junge Frauen.
Neben der Schule gehen viele zu Tanzkursen und lernen Instrumente wie Gitarre oder Keyboard. Gemeinsam haben wir nach dem Essen noch gesungen und versucht, uns gegenseitig traditionelle Tänze beizubringen. Polka und Walzer sind nicht mal annähernd so cool, wie ihre arabischen Choreografien... Dieser Abend war so toll; ganz beseelt bin ich zurück ins Hotel gefahren.
Ich glaube, dass uns diese Mädchen viel mehr geben konnten als wir ihnen, denn einen Sinn für Gemeinschaft und Musik haben Sie bereits. Ich wünsche Ihnen alles Beste und hoffe, dass sie niemals aufhören werden, nach mehr zu streben!

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